BWA-Begriffe einfach erklärt
Die wichtigsten Begriffe aus deiner BWA, in Alltagssprache erklärt. Von Rohertrag bis Betriebsergebnis.
Aufbau der BWA
Wie eine BWA gelesen wird, die Positionen von oben nach unten.
- Ampel (Gesamtbild) Die schnelle Einordnung deines Monats: grün heißt unauffällig, gelb beobachten, rot Handlungsbedarf.
- Bestandsveränderungen Die Veränderung deiner Lager- oder Halbfertigbestände, die das Ergebnis nach oben oder unten anpasst.
- Betriebsausgaben Alle Kosten, die im Zeitraum tatsächlich aus deinem Betrieb abgeflossen sind.
- Betriebseinnahmen Alles, was im Zeitraum tatsächlich an Geld in deinen Betrieb geflossen ist.
- Betriebsergebnis Was nach allen laufenden Kosten aus deinem eigentlichen Geschäft übrig bleibt, vor Zinsen, einmaligen Effekten und Steuern.
- BWA (betriebswirtschaftliche Auswertung) Die monatliche Übersicht, die zeigt, wie dein Betrieb wirtschaftlich läuft: Einnahmen, Kosten und was unterm Strich übrig bleibt.
- Ergebnis nach Steuern Dein Gewinn, nachdem die Steuer auf den Gewinn abgezogen ist.
- Ergebnis vor Steuern Dein Gewinn, bevor die Steuer auf den Gewinn abgezogen ist.
- Erlöse aus betrieblicher Tätigkeit Der Teil deiner Betriebseinnahmen aus dem eigentlichen Geschäft, ohne sonstige Erlöse wie z. B. Zinserträge.
- Gesamtleistung Deine Umsatzerlöse plus einige Sonderposten wie Bestandsveränderungen, also die gesamte Leistung deines Betriebs im Monat.
- Kumuliert (Jahr bisher) Die Summe seit Jahresbeginn bis zum aktuellen Monat, nicht nur der einzelne Monat.
- Materialaufwand (Wareneinsatz) Was dich die Waren oder Materialien gekostet haben, die du für deine Umsätze gebraucht hast.
- Neutrale Erträge und Aufwendungen Einnahmen und Kosten, die nicht zu deinem eigentlichen Geschäft gehören, zum Beispiel Zinsen oder einmalige Sondereffekte.
- Operatives Ergebnis Das Ergebnis aus deinem eigentlichen Tagesgeschäft, ohne Steuern und einmalige Sondereffekte.
- Rohertrag Was von deinem Umsatz übrig bleibt, nachdem der Waren- oder Materialeinkauf abgezogen ist.
- Summe der Erlöse Deine Erlöse aus Waren und Leistungen, noch ohne Umsatzsteuer und ohne Anzahlungen oder offene Forderungen.
- Umsatzerlöse Alles, was du im Monat durch den Verkauf deiner Waren oder Leistungen eingenommen hast, ohne Umsatzsteuer.
- Vorläufiges Ergebnis Was am Ende übrig bleibt, nach allem inklusive Steuern, auf Basis des aktuellen Buchhaltungsstands.
Kennzahlen und Wirtschaftlichkeit
Quoten und Größen zur Einordnung deiner Zahlen.
- Cashflow Wie viel Geld in einem Zeitraum tatsächlich herein- und wieder herausgeflossen ist.
- Deckungsbeitrag Was nach Abzug der direkt zurechenbaren Kosten übrig bleibt, um deine Fixkosten zu decken.
- Eigenkapital Der Teil deines Betriebs, der dir selbst gehört, also Vermögen minus Schulden.
- Liquidität Wie viel Geld dir tatsächlich zur Verfügung steht, um deine Rechnungen zu bezahlen.
- Materialität Ob ein Betrag groß genug ist, um beachtet zu werden. So fällt nur das Wichtige auf.
- Materialquote Der Anteil deines Material- oder Wareneinsatzes am Umsatz, in Prozent.
- Personalquote Der Anteil deiner Personalkosten am Umsatz, in Prozent.
Belege und Buchhaltung
Unterlagen aus deiner Buchhaltung und wie sie mit der BWA zusammenhängen.
- Deine Buchhaltung Wer bei dir die laufende Buchhaltung macht. Je nach Betrieb dein Steuerberater, ein Buchhaltungsbüro oder du selbst.
- Kontennachweis Eine Aufschlüsselung zur BWA, die zeigt, aus welchen einzelnen Konten sich die zusammengefassten Posten zusammensetzen.
- Kontoblatt Die Detailübersicht eines einzelnen Kontos mit allen Buchungen, die im Zeitraum darauf gelaufen sind.
- Summen- und Saldenliste (SuSa) Eine Liste aus deiner Buchhaltung, die für jedes Konto die aufgelaufenen Summen und den aktuellen Saldo zeigt.
Kosten und Buchungsbegriffe
Was in den Kostenblöcken deiner BWA steckt.
- Abschreibungen Der Werteverlust größerer Anschaffungen, der über mehrere Jahre verteilt als Kosten gebucht wird.
- Anlagevermögen Alles, was deinem Betrieb langfristig dient, zum Beispiel Maschinen, Fahrzeuge oder die Geschäftsausstattung.
- Besondere Kosten Ein Sammelposten der Standard-BWA für Kosten, die sich keinem der üblichen Kostenblöcke zuordnen lassen.
- Fahrzeug- und Kfz-Kosten Alle laufenden Kosten für deine betrieblich genutzten Fahrzeuge, zum Beispiel Kraftstoff, Versicherung, Steuer, Wartung und Leasing.
- Fixe und variable Kosten Fixkosten fallen unabhängig vom Umsatz an, variable Kosten steigen und sinken mit der Geschäftstätigkeit.
- Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) Günstigere Anschaffungen, die du sofort voll als Kosten buchen darfst, statt sie über Jahre abzuschreiben.
- Kalkulatorische Kosten Rechnerische Kosten, die kein echter Geldabfluss sind, sondern den Wert deiner eigenen Arbeit, deines Kapitals oder deiner Räume ansetzen.
- Lohnsteuer und Sozialabgaben Die Lohnsteuer und die Sozialabgaben, die für deine Mitarbeiter ans Finanzamt und an die Krankenkassen abgeführt werden.
- Personalkosten Alle Kosten für deine Mitarbeiter und die Geschäftsführung: Löhne, Gehälter und die Sozialabgaben.
- Privatentnahme Geld oder Werte, die du als Inhaber für private Zwecke aus dem Betrieb entnimmst.
- Raumkosten Alle laufenden Kosten rund um deine Geschäftsräume, zum Beispiel Miete, Nebenkosten, Strom, Heizung und Reinigung.
- Reparaturen und Instandhaltung Kosten dafür, dass Maschinen, Geräte, Fahrzeuge oder Räume in Stand gehalten oder repariert werden.
- Rückstellungen Ein Aufwand, den du schon jetzt in deinen Zahlen berücksichtigst, obwohl die Rechnung oder Zahlung erst später kommt. Gibt es nur bei bilanzierenden Betrieben.
- Skonto Ein kleiner Preisnachlass, den du bekommst oder gewährst, wenn eine Rechnung schnell bezahlt wird.
- Sonstige Kosten Ein Sammelposten für kleinere betriebliche Kosten ohne eigenen Block in der BWA, zum Beispiel Porto, Büromaterial oder Bankgebühren.
- Versicherungen und Beiträge Betriebliche Versicherungen und Pflichtbeiträge, zum Beispiel Betriebshaftpflicht, Berufsgenossenschaft, IHK oder Kammer.
- Werbe- und Reisekosten Kosten für Werbung und für betriebliche Reisen, zum Beispiel Anzeigen, Website, Flyer, Fahrten, Übernachtungen und Verpflegung.
- Zinsaufwand Die Zinsen, die du für Kredite, Darlehen oder deinen Kontokorrentrahmen zahlst.
Steuern und Abgaben
Steuerarten und steuerliche Begriffe rund um deinen Betrieb.
- Abgabenordnung (AO) Das Grundgesetz des Steuerrechts. Sie regelt die allgemeinen Dinge wie Fristen, Steuerbescheide und Mitwirkungspflichten . und ab wann du zur doppelten Buchführung verpflichtet bist (§ 141).
- Anrechenbare Steuer Eine bereits gezahlte Steuer, die später mit deiner Steuerschuld verrechnet wird. Sie ist keine zusätzliche Belastung.
- Einkommensteuer Die Steuer auf den Gewinn von Einzelunternehmern, Freiberuflern und Gesellschaftern. Sie wird privat fällig, nicht im Betrieb.
- Gewerbesteuer Eine Steuer auf den Gewerbeertrag, die die Gemeinde erhebt, in der dein Betrieb sitzt.
- Gewerbesteuergesetz (GewStG) Das Gesetz, das die Gewerbesteuer regelt. Darin steht unter anderem der Freibetrag (§ 11): bis zu einem bestimmten Gewerbeertrag im Jahr fällt keine Gewerbesteuer an.
- Kapitalertragsteuer Steuer auf Kapitalerträge wie Zinsen oder Ausschüttungen. Sie wird meist direkt einbehalten und später mit deiner Steuer verrechnet.
- Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG) Eine Vereinfachung für kleine Umsätze: bis 25.000 € im Vorjahr und 100.000 € im laufenden Jahr weist du keine Umsatzsteuer aus und führst keine ab.
- Körperschaftsteuer Die Steuer auf den Gewinn von Kapitalgesellschaften wie der GmbH, vergleichbar mit der Einkommensteuer bei Privatpersonen.
- Regelbesteuerung Der normale Umsatzsteuer-Fall: Du weist Umsatzsteuer aus, ziehst Vorsteuer ab und führst die Differenz ans Finanzamt ab.
- Steuerbuchung Die für diesen Monat gebuchte Steuer auf den Gewinn. Es ist eine Buchung, nicht unbedingt Geld, das gerade abfließt.
- Steuergetriebener Verlust Ein Minus, das vor allem durch eine Steuerbuchung entsteht und nicht durch das laufende Geschäft.
- Steuervorauszahlungen Beträge, die du im Jahr im Voraus auf deine spätere Steuer zahlst, damit am Jahresende keine große Nachzahlung entsteht.
- Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) Die Steuer auf fast alles, was du verkaufst. Im Alltag heißt sie Mehrwertsteuer, im Gesetz Umsatzsteuer . das ist dasselbe. Du ziehst sie für das Finanzamt ein und führst sie ab; was du beim Einkauf selbst gezahlt hast (Vorsteuer), darfst du gegenrechnen.
- Umsatzsteuer-Voranmeldung (UStVA) Die regelmäßige Meldung ans Finanzamt, wie viel Umsatzsteuer du eingenommen und wie viel Vorsteuer du gezahlt hast.
- Umsatzsteuergesetz (UStG) Das Gesetz, das die Umsatzsteuer regelt. Darin steht zum Beispiel die Kleinunternehmerregelung (§ 19), mit der du bei wenig Umsatz ohne Umsatzsteuer auf den Rechnungen arbeiten darfst.
- Verdeckte Gewinnausschüttung (vGA) Wenn eine GmbH ihrem Gesellschafter einen Vorteil gewährt, den sie einem Fremden so nicht zugestanden hätte, etwa ein unüblich hohes Geschäftsführergehalt.
- Vorsteuer Die Umsatzsteuer, die du selbst beim Einkauf bezahlt hast und dir vom Finanzamt zurückholen kannst.
Gewinnermittlung und Rechtsform
Wie der Gewinn ermittelt wird und was die Rechtsform bedeutet.
- Bilanzierung Eine genauere Form der Gewinnermittlung mit Bilanz und Gewinn-und-Verlust-Rechnung, Pflicht für größere Betriebe und Kapitalgesellschaften.
- EÜR (Einnahmen-Überschuss-Rechnung) Eine vereinfachte Gewinnermittlung, bei der einfach Einnahmen minus Ausgaben gerechnet wird.
- SKR 03 und SKR 04 (Kontenrahmen) Zwei gängige Nummernsysteme für Buchhaltungskonten. Welches genutzt wird, ändert nichts am Ergebnis.
- Zufluss-Abfluss-Prinzip In der EÜR zählt der Zeitpunkt, an dem Geld tatsächlich fließt, nicht wann die Rechnung gestellt wurde.
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